Wir werden oft von Eltern, aber auch von Kindern gefragt: "Wie seid ihr auf die Idee gekommen, so eine Musik zu machen, Musik aus Afrika, aus dem Orient, aus Lateinamerika... Und das auch noch für Kinder?"
Die Frage ist leicht zu beantworten. Als unsere Tochter Rahel noch ganz klein war, ist es uns wirklich schwergefallen, Musik für Kinder zu finden, die auch wir mochten. Pit hatte ja schon seit Ende der Siebzigerjahre bei verschiedenen Kinder-LPs von Klaus W. Hoffmann als Gitarrist mitgemacht. Diese Platten und die von Frederik Vahle fanden wir schön. Aber es fehlte uns etwas in der Musik und in den Texten. Josephine kommt aus Äthiopien und ist in einer syrisch-äthiopischen Familie aufgewachsen. Wie viele andere MigrantInnen auch hatte sie den Wunsch, Rahel an ihrer eigenen Kultur teilhaben zu lassen. Wie gesagt, in Deutschland war nichts musikalisch Adäquates zu finden. In der Kindermusik, die wir hörten kamen andere Kulturen leider viel zu wenig vor. So hat Josephine selbst Rahel die Lieder ihrer Kindheit vorgesungen. Es entstand der Gedanke, doch auch für andere Kinder irgendwann einmal...
Wir machten zu dieser Zeit viel Musik mit Freunden aus afrikanischen und arabischen Ländern sowie der Türkei. Pit war regelmäßig mit einer Gruppe afrikanischer Flüchtlinge in Schulen und Kindergärten, um den Kindern die afrikanische Kultur vertraut zu machen. Josephine war in verschiedenen Kulturzentren, Museen, Volkshochschulen, Schulen unterwegs, um Kindern und Erwachsenen ihr Heimatland Äthiopien näher zu bringen. Da wurde gesungen, getanzt, gespielt und sogar gekocht.
Wie Ihr seht, war es nur noch ein kleiner Schritt, die "Weltmusik für Kinder" zu entwickeln.
Karibuni
1997 erschien dann die erste CD von Josephine Kronfli und Pit Budde mit dem Titel "Karibuni Watoto" - Kinderlieder aus Afrika. Ein neues Genre und ein neuer Begriff wurden aus der Taufe gehoben: "Weltmusik für Kinder". Die Resonanz auf den Tonträger war ausgesprochen positiv und ermutigend. So haben die beiden 1998 die Gruppe KARIBUNI gegründet, um die Lieder und Tänze der CD auf die Bühne, in die Schulen, in Kindergärten, auf Kinderfeste und Festivals zu bringen. Es folgte noch im gleichen Jahr die Medien-Box "Fliegende Feder" mit einer CD und einem spielepädagogischen Buch zum Thema Indianer. Die dritte CD widmete sich dem Orient, es folgten Australien, Lateinamerika, 2002 ein Buch und eine CD zum Thema "Weihnachten hier und anderswo" und 2003 eine CD mit Kinderliedern aus Großbritannien. Bei allen diesen CDs spielen Freunde mit uns, die aus den entsprechenden Ländern oder Kulturen stammen.
Reaktionen
Doch nicht nur Kinder und Eltern, auch Medien und Verbände haben KARIBUNI entdeckt. Die Gruppe erhielt den Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik, wurde vom PROFOLK-Verband für ihre Verdienste in der musikalischen Arbeit mit Kindern und für Kinder ausgezeichnet und zweimal zum Festival nach Rudolstadt eingeladen. Karibuni spielte seit 1998 vom Kindergartenfest bis zum WDR-Festival zum Tag des Kindes, im Fernsehen, in Schulen, Soziokulturellen Zentren, halt überall, wo Kinder willkommen und gern gesehen sind.
Viel Lob und Unterstützung haben wir von Migrantenfamilien und ebenfalls von gemischten Familien bekommen. Darüber haben wir uns ganz besonders gefreut.
Viel Lob und gute Anregungen haben wir von Erzieherinnen und LehrerInnen erhalten, die unsere Lieder mit den Kindern in Kiga und Schule singen. Weiter so!

 

Bis jetzt, 2011, haben wir 15 CDs aufgenommen, 10 pädagogische Bücher geschrieben, unzählige Mitmachkonzerte gegeben, Dutzende Schulturnhallen bespielt, zweimal den Preis der Deutschen Schallplattenkritik bekommen, unglaublich viel nette Kinder und Erwachsene kennengelernt und  bei all dem sehr viel gelernt und sehr viel Spaß gehabt.



 
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